Erhalten, was uns erhält – Unterwegs mit Maria Heubuch MEP

Mit unserer baden-württembergischen Europaabgeordneten Maria Heubuch war in Langenau unterwegs. Wir haben den Bioland-Betrieb der Familie Glöckle in Göttingen besichtigt und uns dort über aktuelle Probleme informiert. Danach waren wir im Hofladen von Erika Weith, der für den Teilort auch als Dorfladen dient. Abends hat Maria Heubuch im Zehntstadel noch einen Vortrag gehalten.

Für und Grüne ist klar: Wir wollen raus aus der industriellen Massentierhaltung, das Geld zugunsten von kleinen und mittleren Betrieben umschichten und Felder ohne Gentechnik und Glyphosat. All das für gesundes Essen, Artenvielfalt und Klimaschutz.

 

Bericht aus der Südwest Presse:

Zwölf Ferkel drängen sich um die Muttersau und spielen offensichtlich vergnügt im Stroh. „Ein „wunderbares Beispiel dafür, wie glückliche Schweine aussehen“, sagt Maria Heubuch später bei ihrem Vortrag im Zehntstadel. Seit 2014 ist die Milchbäuerin aus dem Allgäu Abgeordnete der Grünen im Europaparlament.

Beim Besuch auf dem Bio-Hof von Christine Glöckle in Göttingen trifft sie die junge Bäuerin und ihre Eltern – langjährige Bekannte und Mitstreiter aus der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), deren Bundesvorsitzende Heubuch 16 Jahre lang war. Glöckles bauen das Futter für die Tiere selbst an. Sie lehne es ab, „hier Schweine zu mästen mit Futter aus Brasilien und dann das Fleisch nach Russland oder China zu exportieren“, betont die Göttinger Bäuerin. In diesem Zusammenhang macht Maria Heubuch im schönsten Amtsdeutsch auf die „Verlagerung der Nährstofffracht“ in der Massentierhaltung aufmerksam, um es kurz darauf anschaulicher auszudrücken: Die mit Soja aus Übersee gefütterte „Sau scheißt hier und wir bekommen die Quittung im Grundwasser“, während im Land des Futteranbaus der natürliche Dünger fehle.

Bio-Fleisch ist gefragt

Christine Glöckle legt Wert auf artgerechte Haltung ihrer 13 Mutterschweine und ihres Nachwuchses. Bio-Fleisch sei gefragt, die Vermarktung nicht immer einfach. Schließlich wolle man auch eine Entlohnung für die Arbeit. Wären die Preise fair und angemessen, „könnten sich die Leute nicht mehr so viel leisten“. Davon ist Erika Weith überzeugt. Ihr Hofladen-Konzept gefällt Maria Heubuch: „Es ist eine gute Mischung aus Bio- und Dorfladen.“ Der setzt laut Inhaberin bei Obst und Gemüse nicht nur auf Bioware, sondern auch auf Regionalität – im Unterschied zum Angebot in Supermärkten. Das betrachtet Erika Weith als „zweischneidige Angelegenheit“, ebenso die durchaus beliebten Produkte aus Heumilch. Die Nachfrage führt ihr zufolge dazu, dass die Wiesen mit Maschinen gemäht werden, welche die Insekten vernichten.

Kritik an der Agrarpolitik

Ein Thema, das auch bei der Diskussion im Zehntstadel angeschnitten wird. Etwa 15 Interessierte, darunter einige Landwirte, sind gekommen. Die Abgeordnete bekommt einige Kritik an der europäischen und deutschen Agrarpolitik zu hören. Sie spricht sich unter anderem aus für Stärkung der regionalen Märkte und für gerechten Handel mit der bäuerlichen Landwirtschaft weltweit. Für sie sei es unerträglich, wenn billiges Milchpulver aus der Überproduktion hierzulande „die Existenz meiner Kollegin in Afrika“ vernichte. Pauschale Kritik an der EU ließ sie allerdings nicht stehen: Die Agrarreform von 2013 habe etliche Instrumente für eine bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft geschaffen, die jedoch von Deutschland nicht genutzt würden, betonte Heubuch.

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