Fairer Handel: Uwe Kekeritz in Ulm und Neu-Ulm zu Besuch

Heute war ich zusammen mit Uwe Kekeritz, dem entwicklungspolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag, zu Gast im Ulmer Weltladen. Tolle Produkte aus dem globalen Süden und der Verkaufsknüller sind die getrockneten Mangos. Am Abend gab es noch eine interessante Veranstaltung zu globaler Gerechtigkeit und fairem Handel.

Dazu gehören zum Beispiel faire Handelsabkommen, die anders als TTIP und CETA, transparent verhandelt wurden und an sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Kriterien ausgerichtet sind, können eine
gerechte Globalisierung fördern. Sie sollten Umwelt-, Verbraucher- und Datenschutz sowie
Arbeitsnormen international sichern. Wir fordern, das Vorsorgeprinzip in allen
Handelsverträgen zu verankern, und dabei kommunale Daseinsvorsorge, öffentliche und soziale
Dienstleistungen sowie Kultur auszunehmen. Statt Klageprivilegien für Konzerne fordern wir
einen ständigen Handelsgerichtshof unter dem Dach der Vereinten Nationen. Er soll auf
völkerrechtliche Verpflichtungen sowie die ILO-Kernarbeitsnormen achten. Wir wollen
multilaterale Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) wieder stärken.

Fairer Handel kann eine nachhaltige Entwicklung in Gang setzen. Wenn wir Entwicklungsländern
Raum lassen, durch Zölle und Quoten ihre Märkte zu schützen, können sie ihre heimische
Wirtschaft aufbauen. Im Moment aber stoßen wir dem globalen Süden die Leiter weg, auf der
wir selbst unser heutiges Entwicklungsniveau erklommen haben. Subventionierte Importe aus
Europa können ganze Branchen in Entwicklungsländern zerstören. So hat zum Beispiel der
europäische Export von Milchpulver, Tomaten oder Hähnchenteilen die heimische Produktion in
Westafrika verdrängt. Die bestehenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit den Ländern
Afrikas, der Karibik und des Pazifik sind nicht fair. Die EU sollte für Entwicklungsländer
Zölle auf verarbeitete Produkte senken, damit diese ihre Wirtschaften breiter aufstellen und
mehr Gewinn im Land halten können. Das schafft vor Ort Perspektiven jenseits von
Günstlingswirtschaft, Korruption oder der gefährlichen Flucht nach Europa.
Auch Unternehmen sind verantwortlich für die gesellschaftlichen Folgen ihres Handelns. Die
europäischen Staaten haben beschlossen, die Verantwortung und Sorgfaltspflichten verbindlich
zu regeln. Das ist ein hoffnungsvoller Schritt, doch es kann nicht der letzte sein. Die
gesamte Lieferkette muss gesetzlich verbindlich offengelegt werden. Selbstverpflichtungen
von Unternehmen wie im „Textilbündnis“ der Großen Koalition sind oft wirkungslos und reichen
nicht aus. Um fair produzierten Produkten aus der Nische zu helfen, fordern wir Grünen eine
bessere Kennzeichnung. So soll für Kundinnen und Kunden sofort erkennbar sein, welches
Produkt echte Entwicklungschancen schafft.

Noch immer hungern weltweit etwa 800 Millionen Menschen, die meisten davon in Südasien und
Afrika. Für die Ärmsten der Armen wird der Preis von Nahrungsmitteln schnell zur
Überlebensfrage. Doch Spekulationen mit Nahrungsmitteln führen zu Hunger und Leid. Das
wollen wir eindämmen. Dazu begrenzen wir die Menge, die ein einzelner Akteur von einem
Produkt am Markt kaufen darf. Um dem Hunger in der Welt wirksam zu begegnen, setzen wir uns
weiterhin ein für eine dezentrale Landwirtschaft, die agrarökologische Prinzipien in den
Vordergrund stellt.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld