Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz MdL im Kreis

Heute war ich mit Andreas Schwarz, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, unterwegs. Im Mittelpunkt standen Betriebe und Tourismus. In Munderkingen waren wir bei der Firma Systemsport, die Sporttextilien bedruckt – unter anderem für ratiopharm Ulm und den VfB. In Berghülen haben wir dann Galaxy Energy besucht. Ein Solarunternehmen mit vielen Ideen, das sich jetzt auch der E-Mobilität annimmt. Am Schluss waren im Geißenklösterle, das eine der Höhlen des neuen UNESCO-Weltkulturerbes ist. Hier braucht es ein stimmiges Konzept von dem alle Akteure was haben.

Bericht:

Vergangenen Mittwoch hat der Vorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, Andreas Schwarz, den Alb-Donau-Kreis besucht, um den örtlichen Bundestagskandidaten Marcel Emmerich im Wahlkampf zu unterstützen. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen und dem Ulmer Abgeordneten Jürgen Filius besuchten sie die Firma Systemsport in Munderkingen, die Firma Galaxy Energy in Berghülen sowie das Geißenklösterle bei Blaubeuren.

Systemsport

Die Firma Systemsport, gegründet 1994, ist ein „Hidden Champion“ – sie gehört zu den führenden Bedruckern von Sporttextilien. Viele Bundesligisten und unzählige kleinere Vereine würden ohne Logo und Sponsor auf dem Spielfeld stehen, wenn die rund 70 Frauen und Männer von Systemsport nicht ihre Arbeit tun würden. Auch in Zeiten von Hightech ist es vor allem Handarbeit, dafür zu sorgen, dass die Logos richtig sitzen. Mit der modernsten sogenannten Transferstraße gehört Systemsport europaweit zu den drei oder vier führenden Unternehmen der Branche. Die Firma bildet aus und legt besonderen Wert auf den Einsatz von Ökofarben und saubere Kreislaufwirtschaft. Norbert Tress, Gründer und Geschäftsführer, sowie Kai Ricus, verantwortlich für Prozesse sowie Dimitri Tellenbach, der Produktionsleiter, führten die Abgeordneten und die Fraktionsvorsitzende im Munderkinger Stadtrat, Brigitte Schmid, durch die Hallen. Systemsport bietet mit Direktdruck, Flock, Siebdruck und Stickerei die gesamte Palette der Textilgestaltung, wobei die Zukunft laut Tress eindeutig dem Siebdruck und der Stickerei gehört.

Zwischen 800.000 und 1 Millionen Aufdrucke bringt die Firma pro Jahr auf Textilien. Auch die Basketballer von Ratiopharm Ulm setzen ebenso wie Teams des Einstein-Marathons auf die Arbeit von Systemsport. Was Emmerich dazu brachte, zu versichern, dass auch die anstehende Grüne Laufgruppe bei Systemsport ordern wird.

„Baden-Württembergs Wirtschaft ist deswegen stark, weil sie sich nicht auf einzelne Städte oder Branchen beschränkt. Solche Unternehmen aus dem ländlichen Raum wie Systemsport, die sich für ihre sechs Millionen Euro Umsatz jeden Tag voll einbringen, machen uns stark“, so Schwarz. „Als Sportfan war es mir eine große Freude, hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, welcher Einsatz hinter jedem einzelnen Trikot der Ulmer Basketballer steckt“, so Emmerich.

Galaxy Energy

Die Firma Galaxy Energy in Berghülen ist schon von außen an ihrem besonderen Dach zu erkennen. Es besteht aus Solarpanels und lässt Licht durch, was es deutlich praktischer macht, als ein Standard-Ziegeldach mit Solarpanels drauf. Angeschlossen an einen Eisspeicher im Keller, produziert es nicht nur Strom, sondern versorgt das Gebäude mit Kälte im Sommer und Wärme im Winter. Seit 2010 steht die Halle in Berghülen, als die Firma vom benachbarten Heroldstatt dahin zog. Das Dach ist mit der Brandschutzklasse B1 zertifiziert und kann damit flächendeckend verbaut werden. Solche Dächer sind auch das Hauptprodukt von Galaxy Energy, das sie bis nach Japan oder Indien exportiert. Nur das Deutschland-Geschäft ist fast zum Erliegen gekommen. Geschäftsführer Georg Schöll sprach Klartext über die Gründe. „Die Bundesregierung hat Photovoltaik mit Gewalt zerschlagen. Mit dem Zwang zur Eigenvermarktung und der Börsenabwicklung der EEG-Mengen fehlt die Planungssicherheit, was Investitionen unmöglich macht“, so Schöll.

Rund fünf Prozent der Fläche in Deutschland ist derzeit mit Gebäuden bebaut. Würde nur etwas über die Hälfte davon mit Solardächern versehen werden, könnte Deutschland komplett mit Ökostrom versorgt werden. Aber die noch von den Grünen in der Regierung Schröder eingeleitete Energiewende stockt derzeit. Marcel Emmerich beklagte beim Klimaschutz eine klaffende Lücke zwischen Tun und Sagen. Denn die CO2-Emmissionen seien bis jetzt nicht gesunken. Auf internationaler Bühne gebe Angela Merkel die Klimaschutzkanzlerin, aber im konkreten Handeln erweise sie sich als Klimakillerkanzlerin. „Wir Grünen wollen wieder mehr Strom aus Sonne, Wind und Wasser ermöglichen“, so Emmerich.

Georg Schöll berät als Ingenieur auch Logistik-Firmen beim Umstieg auf Elektromobilität. Derzeit muss er aber Fahrzeuge eines der Auftraggeber in Griechenland umbauen lassen. „Hierzulande fand sich kein Kfz-Betrieb dazu bereit. Wir müssen aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren“, so Schöll.

„Wenn Dobrindt seine Hausaufgaben nicht gemacht bekommt, müssen die Länder vorangehen. Damit das E-Auto der Zukunft aus Baden-Württemberg kommt haben wir eine E-Mobilitätsinitiative gegründet“, erklärte Andreas Schwarz. Jürgen Filius versprach, sich dafür einzusetzen, dass auch der Alb-Donau-Kreis und Ulm beim E-Mobilitätscluster des Landes berücksichtigt werden.

Geißenklösterle

Den Abschluss eines interessanten Tages bildete der Besuch in der Wiege der menschlichen Kultur, dem Geißenklösterle bei Blaubeuren. Der Archäologe Hannes Wiedmann vom urgeschichtlichen Museum und Stephan Buck, stellvertretender Ortsvorsteher von Blaubeuren-Weiler, zeigten die normalerweise durch ein Gitter abgesperrte Höhle und erläuterten die Ausgrabungen.

„Die Einstufung als UNESCO-Weltkulturerbe macht uns natürlich stolz, aber vor allem ist sie eine Herausforderung. Es gilt, die einzelnen Fundstellen zu vernetzen und gemeinsam zu vermarkten“, so Wiedmann. Es sei faszinierend, wie viel Arbeit die Menschen schon in der Frühsteinzeit in Kunstwerke investiert haben. Um eine Flöte aus Mammut-Elfenbein zu fertigen, muss der Stoßzahn gespaltet, ausgehöhlt und wieder verklebt werden. Dafür ist Birkenpech verwendet worden, ein Produkt, das durch Pyrolyse entsteht. Im Klartext: Birkenholz muss unter Luftabschluss auf circa 400 Grad erhitzt werden. Wie die Steinzeitmenschen es ohne hermetische Gefäße, die sie nachweislich nicht hatten, vollbracht haben, ist bis heute ein Rätsel. Es zeigt aber, wie wichtig Kunst und Kultur schon damals gewesen sind.

„Dieses Erbe müssen wir erhalten. Deswegen müssen wir es ausstellen, um es den Menschen näher zu bringen“, erklärten Emmerich und Schwarz. Beide versprachen, sich für eine angemessene Präsentation und Aufarbeitung dieses archäologischen Schatzes einzusetzen.

„Für Blaubeuren als Ganzes und für Weiler im Besonderen ist der Status als Weltkulturerbe ein wichtiger Faktor auf dem Tourismus-Markt. Gerade der Grüne Gedanke des sanften Tourismus und der ökologischen Mobilität ist hier richtig aufgehoben“, so Buck.

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