Hate Slam mit Claudia Roth

Der Hate Slam mit Claudia Roth war ein großartiger und unterhaltsamer Abend! Das Swobsters war schon vor Beginn richtig voll und leider mussten wir wegen Überfüllung dicht machen. Claudia Roth hat in ihrer unnachahmlichen Art lustige und richtig heftige Mails vorgelesen. Auch Lena Christin Schwelling und ich haben ein Best Of unserer Postfächer zum Besten gegeben. Wir haben klar gemacht, dass wir uns von diesem Hass nicht einschüchtern lassen, sondern weiter für eine offene Gesellschaft, Menschlichkeit und Freiheit einsetzen. In meinem Schlusswort habe ich Andre Gide zitiert: „Es ist besser, für das was man ist, gehasst, als für das man nicht ist, geliebt zu werden.“ Danach haben wir noch zusammen mit Claudia und ihrer Lieblingsmusik gefeiert!

Hier ein Bericht der SÜDWEST PRESSE:

Wenn es mit der Politikkarriere nichts wird, kann Marcel Emmerich immer noch Unterhaltung machen. Der Ulmer Bundestagskandidat der Grünen hatte Claudia Roth zum Hate Slam ins Swobster’s eingeladen – und damit den Laden so voll bekommen, dass Türsteher Michael Joukov mehr als 30 Gäste wegschicken musste. Den anderen hundert „linksgrün-versifften Gender-Ideologen, bei uns willkommenen Hipstern und Claudia-Roth-Fans“ heizte Emmerich am Donnerstagabend ein.

Dabei war das Anliegen des Slams, bei dem die Politiker aus Hass-Post vorlasen, durchaus ein ernstes. „Das soll zeigen, was in unserer Gesellschaft an Hass und sexualisierten Gewaltphantasien unterwegs ist“, sagte Claudia Roth. Beispiel: „Es ist doch offensichtlich, dass Sie eine fette Qualle sind. Wäre echt schön, Sie würden bald in eine Jauchegrube verschwinden.“ Von derlei Angriffen bleibt Marcel Emmerich verschont: „Als Mann kriegt man fast nie Mails, die auf Äußerlichkeiten abzielen.“ Er wird dafür „kleiner Drogenkobold“ genannt, weil er sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzt. Die Angriffe kämen vor allem seit Pegida und der AfD sehr koordiniert, insbesondere auf Facebook, erzählt Roth. Dort lösche zwar ein Mitarbeiter das „allerschlimmste und übelste“. Aber: „Wenn es Dir nicht gut geht, ist es sehr, sehr schwer.“ Und „Rassismus ist keine Meinungsfreiheit, da hört es auf.“

„An den kostengünstigen Hass aus dem Internet hat man sich irgendwie gewöhnt“, scherzte die Grünen-Stadträtin Lena Schwelling. Dass es aber einen Menschen gibt, der Zeitungsausschnitte sammelt, sie mit Hassbriefen in Briefumschläge steckt und Porto dafür zahlt, „das finde ich als Schwäbin schockierend“. Spaß beiseite: Am Anfang habe sie gezweifelt, ob sie wirklich so in der Öffentlichkeit stehen wolle. Aber man entwickle auch eine Routine: „Drüber reden und lachen, dann ist es schon wieder halb so schlimm.“

Trotz allem: Claudia Roth will menschlich bleiben, keinen Panzer anlegen. „Ich schenke denen nicht meine Angst. Ich lasse mich nicht einschüchtern.“

 

Hier gibt es noch einen Bericht der Neu-Ulmer Zeitung und hier einen TV-Beitrag.

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