Silphie als ökologische Mais-Alternative?

In Volkersheim hat mir Landwirt Daniel Jerg seinen Silphie-Anbau gezeigt. Die Silphie kann eine ökologische Alternative zum Mais darstellen, da man keine Pflanzenschutzmittel benötigt und Bienen sich dort auch wohlfühlen. Wenn der Ertrag hält, was er verspricht, könnte man damit die Vermaisung in den Griff bekommen. Wir wollen die Bioenergien – gerade auch vor dem Hintergrund der benötigten Grundlast – weiter fördern, aber ihre Nutzung umweltverträglich gestalten. Dies könnte hierfür ein Ansatz sein. Zudem sieht sie auch schön aus. Das freut die Leute vor Ort und Gäste sicher auch (Stichwort Tourismus!).

SZ-Bericht:

Dem Biogashof von Josef und Daniel Jerg in Volkersheim hat Marcel Emmerich, der Bundestagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Ulm, am Freitag einen Besuch abgestattet. Im Mittelpunkt seines Interesses stand dabei die Bepflanzung von fünf Hektar Acker mit Durchwachsener Silphie als Alternative zu Mais.

Die Durchwachsene Silphie ist eine in Nordamerika beheimatete Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Sie ist eine ausdauernde und mehrjährige Pflanze, die aufgrund ihrer großen Biomasseproduktion als Energiepflanze angebaut werden kann. Die Imker würden die Bepflanzung mit Silphie seit zehn Jahren fordern, merkte Marcel Emmerich am Rand des gelb blühenden Feldes an. Die in Volkersheim beheimatete Grünen-Kreisrätin Angela Scheffold entdeckte darin viele Bienen auf Nektarsuche. Auch über den Acker fliegende Schwalben fielen ihr auf.

Die Durchwachsene Silphie gilt als gute Bienenweide. Sie blüht von Juni bis September und damit in einer Zeit, in der Honigbienen nicht mehr allzu viel Nektar finden. Die jährlichen Honigerträge können mehr als 150 Kilogramm pro Hektar betragen. Silphie wird vielfach als Futter- und Silagepflanze angebaut. Bei Kleingärtnern ist sie durch ihren extensiven Anbau und die Langlebigkeit als Nutzpflanze beliebt. Ebenso bei Imkern, da Korbblütler für Bienen und andere Insekten interessant sind. Für Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe oder Ziegen eignet sie sich hervorragend als Grünfutter. Wildschweine dagegen seien nicht daran interessiert, bemerkte Angela Scheffold.

Dieses Jahr hat Daniel Jerg zum ersten Mal Silphie angepflanzt. Nächstes Jahr will er auf zehn Hektar doppelt so viel der zur Gewinnung von Gas bestimmten Biomasse produzieren. Dann werde er keine Pflanzenschutzmittel mehr dafür benötigen, nannte er einen geldsparenden Vorteil.

Die Durchwachsene Sliphie ist vor allem aufgrund ihrer Anpassung an trockene Standorte interessant, da sie, anders als etwa Mais, ihre Feuchtigkeit nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus den Blattbechern beziehen kann. Ab dem zweiten Jahr produziert sie zudem zwischen 13 und 20 Tonnen Biomasse pro Hektar Anbaufläche.

Neuere Forschungen ergaben, dass eine Mischsaat mit Mais im ersten Jahr erfolgversprechend sein könnte. Demnach erbringt der Mais in diesem Jahr rund 75 Prozent seines Ertrages in Monokultur und kompensiert damit den Umstand, dass die Silphie im ersten Jahr nur einen sehr geringen Ertrag bringt. Damit kann im Gegensatz zu einer reinen Silphiekultur auch im ersten Jahr eine Ernte eingefahren werden. Ab dem zweiten Jahr wird dann nur noch die Silphie geerntet.

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