Liebe*r Leser*in ,

ein Newsletter aus der Parlamentarischen Sommerpause: Bevor ich für ein paar Tage mit meiner Familie in den Süden düse und hoffentlich viel Dolce Vita und Zeit mit meinen Kindern und meiner Frau verbringen kann, ist es mir auch in diesem Jahr wichtig, Euch noch über meine Sicht auf die wichtigsten Themen der vergangenen Wochen zu informieren.

Viele von Euch werden sich wie ich mit Erschrecken an die letzte Sitzungswoche vor der Sommerpause erinnern: Die Kampagne, die rechte Nachrichtenportale um die Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf gefahren haben, hat bei der Union komplett verfangen. Am Ende hat die Koalition die Wahl der Richter*innen für das Bundesverfassungsgericht von der Tagesordnung genommen. Jens Spahn hat hier als Fraktionsvorsitzender auf ganzer Linie versagt: Er war entweder nicht willens oder in der Lage, Mehrheiten in der Fraktion zu organisieren. Ich finde es beschämend, wie die Union sich zum Teil einer rechten Kampagne gemacht hat und damit das Vertrauen in das Verfahren und in die überparteiliche Auswahl von Verfassungsrichtern untergraben hat. Und dass da noch was mit dem Masken war, wissen wir auch noch – obwohl die Union alles darangesetzt hat, davon abzulenken – lieber sollten wir uns damit auseinandersetzen, ob eine Regebogenflagge den Bundestag zu einem Zirkuszelt macht. Da haben wir als Fraktion mit schönen, bunten T-Shirts und einem Antrag zum Vorgehen gegen queerfeindliche Hasskriminalität dagegengehalten. Denn wir leben in einer Zeit, in der viele CSDs bedroht und Menschen angegriffen werden – wir brauchen hier Solidarität in Zeichen und in Taten.

Deshalb war es mir auch wichtig, in Ulm beim CSD dabei zu sein. Dort wurde nach der Demo ein schönes, gemeinschaftliches Fest gefeiert. Gefeiert haben wir übrigens einiges in Ulm in den letzten Monaten – unter anderem ein tolles Deutsches Musikfest, für das Winfried Kretschmann nach Ulm gekommen ist – und unseren Stadtfeiertag Schwörmontag habe ich mit Cem Özdemir gefeiert, der mit unserer vollen Unterstützung in den Wahlkampf für 2Ö26 startet. Auch im Alb-Donau-Kreis sind wir mit unseren Kandidaten gestartet. Ich freue mich drauf. Aber jetzt erstmal: Schönen Sommer und viel Spaß beim Nachlesen, was in Berlin, im Länd und in meinem Wahlkreis sonst noch so geboten war!

Euer
Marcel Emmerich

Meine Tour d'Alb-Donau 2025

Knappe 250 Kilometer saß ich in den vergangenen Tagen im Sattel: Bei meiner Tour d’Alb-Donau habe ich bei mehr als 20 Terminen viele Menschen getroffen und mit ihnen darüber gesprochen, was sie bewegt. Von Windkraft auf der Schwäbischen Alb über die medizinische Versorgung in Langenau bis zur Energiewende in Erbach und der Quartiersarbeit in Ehingen. Ich finde es wirklich jedes Jahr wieder spannend, was es alles zu entdecken gibt – und freue mich, dass viele von Euch auch die ein oder andere Strecke mitgeradelt sind. Einen Rückblick, Fotos und mehr Details findet Ihr auf meiner Homepage.

Viele Besucher*innen in Berlin

Was machen die da eigentlich im Parlament und warum ist der Plenarsaal oft so leer? Wenn Besuchsgruppen aus dem Wahlkreis nach Berlin kommen, ähneln sich manche Fragen – aber dann kommen, je nach Gruppe, doch ganz unterschiedliche Themen zur Sprache. Im Juni und Juli hatte ich viel Besuch in Berlin: Zwei Gruppen sind über das Bundespresseamt nach Berlin gereist (BPA-Fahrten) und viele Schulklassen haben auf Ihrer Abschlussfahrt zum Ende des Schuljahres einen Besuch im Bundestag eingeplant. Ich bin immer sehr gespannt, welche Themen die Menschen in meinem Wahlkreis bewegen und mein Team und ich geben gerne einen Einblick in die Arbeit im Parlament.

Franziska Brantner in Ulm

Feierabend mit Marcel und Franziska: Besonders die Aussicht, unserer Bundesvorsitzenden Franziska Brantner bei einem kühlen Getränk Fragen stellen zu können, hat Mitte Juli rund 60 Personen in den Biergarten Teutonia in Ulm gelockt. Es wurde ein spannender Abend, den wir gemeinsam mit den Kreisverbänden gestaltet haben. Danke für den Besuch!

Erweiterung des Umschlagterminals in Dornstadt

Die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene ist zentral für den Klimaschutz. Deshalb war der Spatenstich für die Erweiterung des Umschlagterminals in Dornstadt Mitte Juli ein sehr gutes Signal. Mit moderner Technologie und Automatisierung kann so die Kapazität mehr als verdoppelt werden, insgesamt können rund 17.000 Tonnen CO2 pro Jahr einspart werden. Ein klarer Sieg für den Klimaschutz und eine ausgezeichnete Investition in die Region! Eine Baustelle wie diese ist immer auch eine Belastung für die anliegenden Gemeinden. Deshalb mache ich mich für einen offenen Dialog stark.

Neuer Ortsverband in Laichingen

Auf der Laichinger Alb gibt es eine neue politische Macht: Der Grüne-Ortsverband Laichingen hat sich gegründet. Darüber freue ich mich sehr, denn eine Gruppe ist sichtbarer als die verdienten Einzelkämpfer*innen, die es vor Ort natürlich immer schon gibt. Die Gründung ist auch ein Zeichen für den Zuwachs an Mitgliedern, den es seit dem letzten Jahr auch in den kleineren Orten im Wahlkreis gegeben hat. Danke für die Einladung zur Gründungsversammlung (an der ich nur digital teilnehmen konnte) und zum Sommerfest an der Sontheimer Höhle!

Kickoff für den Wahlkampf

Gemeinsam denken, gemeinsam wachen: Unter diesem Motto stand der erste Workshop zur Landtagswahl 2Ö26 in meinem Wahlkreis. Dazu hatte Kandidat Tobias Hocke nach Blaubeuren eingeladen, um in kleinen, interaktiven Formaten das Gespräch zu eröffnen zu den Themen, die hier vor Ort bewegen. Ein wirklich schönes, produktives Treffen – und ich habe mich gefreut, einen kurzen Impuls geben zu dürfen. Es ist immer wieder toll zu erleben, wie viel Kreativität und Einsatz in unseren Kreis- und Ortsverbänden vorhanden ist.

Austausch für besseren Schutz von Mieterinnen und Mietern

Das Thema Wohnen ist auch in Baden-Württemberg für viele Menschen eines der wichtigsten politischen Themen für ihren Alltag. In Stuttgart, in Ulm, in Tübingen und Göppingen steigen die Preise ebenso wie in Rottweil und in Freiburg. Wie schaffen wir bezahlbaren Wohnraum und wie schützen wir Mieter*innen vor willkürlichen Praktiken von Konzernen wie der Vonovia? Darüber habe ich mich gemeinsam mit meiner Kollegin Cindy Holmberg aus dem Landtag mit dem Mieterschutzbund Stuttgart ausgetauscht und mich dann auch mit einer schriftlichen Frage an die Bundesregierung gewandt: In dieser ging es konkret um die Neugestaltung der sogenannten Modernisierungsumlage. Denn hier sind Vermieter – insbesondere Konzerne – oft findig und legen Kosten auf die Mieter*innen um, die sie selbst bezahlen sollten. Das Justizministerium hat mir geantwortet, dass eine Änderung geprüft wird – wir bleiben dran!

Demokratie schützen - Rechtsextremisten entwaffnen

Spätestens seit dem Gutachten des Verfassungsschutzes zur rechtsextremistischen AfD ist klar: Wir müssen wehrhafter werden. Als Grüne Bundestagsfraktion haben wir deshalb beantragt, Rechtsextremisten konsequent zu entwaffnen und rechtsextremistische Netzwerke im Staatsdienst zu verhindern. Dazu gehören auch AfD-Mitglieder: Wenn Beamtinnen und Beamten in einer offen rechtsextremistisch agierenden Partei wie der AfD Mitglied sind, begründet das den Verdacht, dass sie nicht für unsere Verfassung einstehen Waffen in den Händen von AfD-Mitgliedern werden zur Gefahr für die innere Sicherheit.

Gefährdete Afghan*innen aufnehmen

Die Bundesregierung hat angekündigt, keine weiteren Einreisen afghanischer Staatsangehöriger zuzulassen und alle erteilten Zusagen auf den Prüfstand zu stellen. Und das, obwohl mehr als 2000 Menschen mit einer Aufnahmezusage aus Deutschland in Pakistan sind. Wenn sie von dort aus zurück nach Afghanistan gebracht werden, droht ihnen Verfolgung, Folter, unmenschliche Behandlung und in vielen Fällen der Tod. Deshalb haben wir eine Kleine Anfrage gestellt an die Bundesregierung und machen uns dafür stark, dass die Aufnahmezusagen eingehalten werden. Seit einer Entscheidung des VG Berlins haben wir auch Rückendeckung bekommen, dass Deutschland seine internationalen Verpflichtungen einhalten muss.

Faire Mieten Gesetz vorgelegt

Auch im Bundestag beschäftigt uns das Thema bezahlbarer Wohnraum. Als Fraktion haben wir mit dem Faire Mieten Gesetz einen Entwurf vorgelegt, der Mieter*innen schütz und deutlich über die Verlängerung der Mietpreisbremse hinausgeht. Denn die aktuelle Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt schränkt die Freiheit von Menschen ein, ihr Leben zu gestalten.

Stellvertretender Vorsitzender des VfB-Stuttgart-Fanclubs

Kurz vor dem Pokalfinale des VfB Stuttgart in Berlin habe ich das Fritzle getroffen und sogar ein Interview mit ihm gegeben – und jetzt bin ich sogar stellvertretender Vorsitzender des VfB-Stuttgart Fanclubs im Bundestag. Ich freue mich – und hoffe, ihr VfB-Fans da draußen fühlt Euch gut vertreten!

Reden

In meiner Rede zum Haushalt des Bundesinnenministeriums habe ich offen nachgefragt, ob es überhaupt noch um Innenpolitik geht – Fragen der inneren Sicherheit kommen viel zu kurz, das ist fatal.
Zur Aussetzung des Familiennachzugs, den die Regierungskoalition aus SPD und Unionsparteien beschlossen hat, habe ich auch im Bundestag geredet. Denn diesen Angriff auf die Familie als zentralen Wert unserer Gesellschaft können wir so nicht stehen lassen.
Auch die Zurückweisungen an den Binnengrenzen der EU haben mich in den vergangenen Monaten als innenpolitischer Sprecher sehr beschäftigt. Denn hier wird Recht mit Füßen getreten – und das Übergehen der Gerichte spielt undemokratischen Kräften in die Karten.

Presse

Das Innenministerium schränkt das Hissen der Regenbogenflagge ein – was man nur als eine Einschränkung interpretieren kann. Darüber habe ich mit T-Online gesprochen.
Deutsche Städte wollen traumatisierte Kinder aus dem Gaza-Streifen aufnehmen: Diesen Ruf nach Hilfe finde ich unterstützenswert und finde, der Bund sollte weiter gehen und sich in europäischer Abstimmen engagieren. Die Städte sollten nicht alleingelassen werden.
Über meine Tour d’Alb-Donau wurde auch in mehreren Artikeln berichtet – zum Beispiel schreibt die Schwäbische Zeitung über den Austausch vor Ort beim Flugsportverein Laichingen, dem der Windkraft-Ausbau Zukunftssorgen macht.
Rechtswidrig ist eine jesidische Familie in den Irak abgeschoben worden. Ein Unding, über das ich mit Radio1 gesprochen habe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will mit Taliban verhandeln – die Union und SPD hofieren ein Zentrum des islamistischen Terrors, nur um Abschiebungen nach Afghanistan zu ermöglichen. Das habe ich der taz gesagt

Meine Empfehlung

Dass bei mir in den kommenden Tagen Dolce Vita angesagt ist, habe ich ja schon in der Einleitung geschrieben. Wenn es abends ein wenig kühler wird, die Kinder schlafen und wir auf der Terrasse sitzen, freue ich mich auf ein Glas Negroni – einer meiner Lieblingsdrinks und durch seinen herben Geschmack extra erfrischend. Wer es mal probieren möchte:

Negroni-Rezept
Zutaten:

3 cl Gin; 3 cl Campari; 3 cl Roter Wermut
5 Eiswürfel, Orangenschale oder Orangenscheibe zum Garnieren
  1. Fülle ein Glas mit Eiswürfeln, um es vorzukühlen.
  2. Gieße den Gin, Campari und roten Wermut über das Eis
  3. Rühre die Zutaten vorsichtig um, um den Negroni zu vermischen.
  4. Garniere den Drink mit einer Orangenschale oder einer Orangenscheibe.
Negroni served in Vancouver. Foto: Geoff Peters
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