Gemeinsamer Termin mit Matthias Gastel und Michael Joukov

Neubaustrecke Ulm–Augsburg braucht endlich Finanzierung!

Die Neubaustrecke Ulm–Augsburg ist eines der zentralen Projekte für die Mobilität in Süddeutschland. Sie soll die Fahrzeit zwischen Augsburg und Ulm von derzeit rund 40 Minuten auf etwa 26 Minuten verkürzen. Gleichzeitig schafft sie zusätzliche Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr und hilft dabei, die Strecke langfristig leistungsfähig zu halten.

Auch beim Lärmschutz bringt das Projekt Vorteile. Durch die geringe Gleisneigung eignet sich die Strecke besser für den Güterverkehr und kann insbesondere nachts die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner verringern.

Mit der Zustimmung des Deutschen Bundestags am 21. Mai 2026 wurde ein wichtiger Schritt für das Vorhaben gemacht.

Offen bleibt allerdings die Finanzierung.

Derzeit werden die Kosten für Planung und Bau auf rund 8,2 Milliarden Euro geschätzt. Nach Angaben der Deutschen Bahn könnten die Gesamtkosten jedoch auf bis zu 13,3 Milliarden Euro steigen. Hintergrund sind unter anderem die hohen Anforderungen an die Planung. So müssen beispielsweise Konflikte zwischen ein- und ausfahrenden Zügen vermieden und ausreichend Bahnsteigkapazitäten geschaffen werden.

„Die Neubaustrecke ist bislang nicht finanziert und nach aktuellem Stand ist auch keine Finanzierung in Sicht. Genau genommen sind noch nicht einmal die Planungskosten für die nächsten Leistungsphasen gesichert.“ Das hat Matthias Gastel bei unserem gemeinsamen Termin am Ulmer Hauptbahnhof erklärt. „Das Projektteam der DB InfraGO in Augsburg kann seine Arbeit zwar vorerst fortsetzen. Wenn der Bund aber keine Finanzierungsperspektive schafft, drohen auf Dauer Fachwissen und personelle Kapazitäten verloren zu gehen“, sagte der Sprecher für Bahnpolitik.

Ein möglicher Weg, diese Finanzierungslücke zu schließen, ist das Sondervermögen für Infrastruktur, das zusätzliche Investitionen in Höhe von 400 Milliarden Euro vorsieht.

Der Ausbau zentraler Bahnprojekte darf nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Wer es mit der Modernisierung unseres Landes ernst meint, muss jetzt auch in die Schiene investieren“, habe ich der Presse bei diesem Termin gesagt: „Augsburg und Ulm sind wichtige Bahnknoten im Süden Deutschlands. Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt die Voraussetzungen schaffen, um dieses Projekt auch tatsächlich umzusetzen.“

Gastel kritisierte zugleich die Prioritätensetzung der Bundesregierung: „Mit dem Sondervermögen stehen 400 Milliarden Euro für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur zur Verfügung. Für den Aus- und Neubau von Schienenwegen ist bislang jedoch kein einziger Euro vorgesehen.“

Die Abgeordneten warben deshalb für die Einrichtung eines Schienenfonds, der die Finanzierung großer Bahnprojekte langfristig absichern soll. „Planung und Ausbau von Schieneninfrastruktur brauchen Verlässlichkeit über viele Jahre hinweg. Ein Schienenfonds könnte dafür die notwendige Grundlage schaffen“, sagte Gastel.

Im Gespräch mit der Presse betonten Emmerich, Gastel und Joukov die Bedeutung des Streckenausbaus für eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur in Süddeutschland. Nun müsse der Bund die Finanzierung auf eine solide Grundlage stellen, damit die weiteren Planungsschritte nicht ins Stocken geraten.