Veranstaltung: Was tun gegen Antisemitismus? Mit Dr. Michael Blume

Diskussionsveranstaltung mit Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes,

Am 7. Juni 2022, 19 Uhr im Haus der Gewerkschaften Ulm, Weinhof 23

Am Morgen des 5. Juni 2021 steigt ein Mann in blauen Jeans und weißen Turnschuhen am Ulmer Rathaus aus dem Bus, geht zum Weinhof, verschüttet eine Flüssigkeit an der Ecke der Synagoge und zündet sie an. Weil ein Zeuge schnell die Feuerwehr ruft, bleibt es bei einem Sachschaden am Gebäude. Doch der Schock über den Brandanschlag sitzt tief – in der jüdischen Gemeinde um Rabbiner Shneur Trebnik, in der Ulmer Stadtgesellschaft und auch weit darüber hinaus. Der Landtag Baden-Württemberg verabschiedet kurz danach eine Resolution gegen Antisemitismus, bundesweit wird über den Anschlag und die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter, der sich in die Türkei abgesetzt hat, berichtet.

Seitdem ist ein Jahr vergangen – und es hat in Deutschland weitere Vorfälle gegeben, die zeigen: Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft nicht verschwunden, sondern lodert immer wieder auf. In Verschwörungsmythen und judenfeindlichen Parolen auf Demonstrationen oder bei geschichtsvergessenen Vergleichen. 

Zum Jahrestag des Brandanschlags ist es dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Marcel Emmerich wichtig, gemeinsam mit anderen ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Am Abend des 7. Juni laden Marcel Emmerich, der Grünen-Landtagsabgeordnete Michael Joukov, Steffen Lutz von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ulm/Neu-Ulm, die IG Metall und Petra Bergmann vom Förderverein Neue Synagoge Ulm zu einer Abendveranstaltung ins Haus der Gewerkschaften in Ulm ein.

Dr. Michael Blume, Beauftragter gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg, wird über Grundlagen und Auswirkungen der Feindschaft gegenüber Juden berichten. In einer anschließenden Podiumsdiskussion, die von Marcel Emmerich moderiert wird, gehen Dr. Blume, Rabbiner Shneur Trebnik, die Prälatin der evangelischen Landeskirche, Gabriele Wulz, und Petra Bergmann, Vorsitzende des Fördervereins Neue Synagoge Ulm, der Frage nach, wie Antisemitismus bekämpft werden kann. Und sie stellen die Frage, wie die Situation in Ulm, in Deutschland und in Baden-Württemberg ist – ein Jahr nach dem Brandanschlag und auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. 

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, eine Anmeldung ist nicht nötig. Parallel zur Präsenzveranstaltung wird es einen Stream via Zoom geben: https://gruenlink.de/2jxm

Anlässlich des Jahrestags haben die beiden Abgeordneten Marcel Emmerich und Michael Joukov mit Steffen Lutz (DIG) und Petra Bergmann (Förderverein Neue Synagoge) eine Gemeinsame Erklärung geschrieben, die von einem breiten Bündnis aus der Stadtgesellschaft Ulm unterstützt wird. Die Unterstützer*innen sind:

– Kreisverband Grüne UIm

– Kreisverband Grüne Alb-Donau

– Grüne Jugend Ulm, Neu-Ulm, Alb-Donau

– SPD Kreisverband Ulm

– SPD Fraktion Ulm

– Jusos Ulm

– Martin Rivoir, MdL (SPD)

– Ivo Gönner (SPD), früherer Oberbürgermeister von Ulm

– Verband Deutscher Sinti und Roma, Zweigstelle Ulm

– Amnesty International Ulm

– IG Metall Ulm

– GEW Alb-Donau/Ulm

– DBG Kreisverband Ulm/Alb-Donau

– Familien-Bildungsstätte Ulm und deren Leitung Claudia Clages

– Katholische Erwachsenenbildung und deren Leiter Dr. Oliver Schütz

– Pfarrerin Petra Frey, Geschäftsführung Evangelischer Diakonieverband Ulm

– Volkshochschule Ulm

– Prof. Dr.-Ing. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm

– Prof. Dr. Volker Reuter, Rektor der Technischen Hochschule Ulm

(Stand: 15. Juni)

Am Abend des 7. Juni laden sie außerdem zu einer gemeinsamen Abendveranstaltung ein, bei der der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg über Grundlagen und Auswirkungen der Feindschaft gegenüber Juden berichten wird. In einer anschließenden Podiumsdiskussion, die von Marcel Emmerich moderiert wird, gehen Dr. Blume, Rabbiner Shneur Trebnik, die Prälatin der evangelischen Landeskirche, Gabriele Wulz, und Petra Bergmann, Vorsitzende des Fördervereins Neue Synagoge Ulm, der Frage nach, wie Antisemitismus bekämpft werden kann. Und sie stellen die Frage, wie die Situation in Ulm, in Deutschland und in Baden-Württemberg ist – ein Jahr nach dem Brandanschlag und auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. 

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, eine Anmeldung ist nicht nötig. Parallel zur Präsenzveranstaltung wird es einen Stream via Zoom geben: https://gruenlink.de/2jxm

Informationen zu Dr. Michael Blume und dem geplanten Vortrag: 

Dr. Michael Blume ist Religionswissenschaftler und arbeitet seit 2003 im Staatsministerium. Er war verantwortlich für die Projektgruppe „Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“ und leitete von 2016 bis 2020 das Referat für „Nichtchristliche Religionen, Werte, Minderheiten, Projekte Nordirak“. Im März 2018 wurde er zum Beauftragten des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus ernannt. Er publiziert Bücher und bloggt regelmäßig zu unterschiedlichen Themen in den Bereichen von Religion und Politik. Seit 2020 betreibt er den Podcast „Verschwörungsfragen“, in welchem er über antisemitische Mythen aufklärt.

„Die Feindschaft gegenüber Juden gehört leider seit der Antike zur Geschichte Europas. Juden wurden immer wieder als bedrohliche Verschwörer gedeutet, die den Rest der Menschen ins Unglück stürzen wollen. Dr. Michael Blume beschreibt, wie diese antisemitischen Bedrohungsszenarien durch das Aufkommen von Medien wie Buchdruck, Radio, Film und Internet immer wieder verbreitet wurden und wie sie auch im Zeitalter von Social Media wirksam bleiben. Doch der Antisemitismus richtet sich dabei nicht nur gegen Juden, sondern greift häufig auch die gesamte demokratische Gesellschaft und ihre Vertreter an. Deshalb bedarf es auch einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung, sich gegen die erstarkenden Verschwörungsmythen zu stemmen, die nicht nur von einer kleinen Minderheit getragen werden, sondern mittlerweile auch Einzug in Bereiche der Politik halten.“

Fotohinweis: die arge lola 2019